Dunseverick Harbour, Falls und Castle

Ein Abendspaziergang auf dem Causeway Coastal Way

Der Causeway Coastal Way erlebt einen wunderschöner Abend. Nach wechselhaftem Wetter reißt die Wolkendecke auf und lässt die Sonne zu uns durch. Plötzlich herrschen beste Bedingungen für einen Spaziergang bei Dunseverick. Ein Schild an der Causeway Road weist hinab zum Dunseverick Harbour.

Wir folgen dem schmalen Sträßlein ans Meer. Dort angekommen, sind wir ganz allein. Ruhig liegt der winzige Hafen am Meer. Kein Auto, kein Schiff und keine Touristen – auf dem ersten Blick wirkt es wie ein Geheimtipp. Einzig der Parkplatz und die öffentlichen Toiletten verraten, dass dem nicht so ist.

Schönes Fischerhaus am Dunseverick Harbour
Dunseverick Harbour

Ein gepflegtes romantisches Fischerhaus, verziert mit Anker und Rettungsringen, wacht neben dem Hafenbecken. Hin und wieder scheint hier jemand die Ruhe zu genießen.

Auch wir sind bereits mehrmals an der Zufahrt vorbeigefahren, haben den Hafen aber bisher stets links liegengelassen. Erst jetzt erkennen wir, welch kleines Idyll hier liegt.

Am kleine Hafen von Dunseverick
Die Küste bei Dunseverick

Auf dem Fernwanderweg Causeway Coastal Way

Der Fernwanderweg Causeway Coastal Way führt direkt am Dunseverick Harbour vorbei. Für unseren Abendspaziergang folgen wir diesem Weg. Ab dem Hafen verläuft dieser gut 300 Meter entlang der Zufahrt bis zu einem Hinweispfosten. Dort biegt ein Pfad rechts ab und führen Steintreppen hinab auf die Küstenwiese.

Im weiteren Verlauf ist der Wanderweg entlang der Küste immer gut zu erkennen. Über gelb blühenden Stechginster schauen wir hinweg zum Dorf Dunseverick und den Steilklippen des Giant's Causeway. Alles zusammen bildet eine traumhafte Kulisse.

Auf dem Fernwanderweg Causeway Coastal Way
Aussicht zur Steilküste bei Dunseverick

Dunseverick Falls fallen ins Meer

Der Küstenabschnitt ist bei Dunseverick recht niedrig. Doch Steinformationen, mit den typischen Basaltformen wie beim Giant's Causeway, sind bereits hier gut zu erkennen. Nach etwa einem Kilometer erreichen wir die Dunseverick Falls.

Über einige niedrige Kaskaden plätschert der Dunseverick River (hier heißt alles gleich) ins Meer. Wir müssen zugeben, weitaus weniger erwartet zu haben als dann doch zu sehen ist. Von einem Felsen, östlich des Wasserfalls, hat man eine gute Sicht darauf.

Entlang der Küste zu den Dunseverick Falls
Dunseverick Falls

Der Ausblick zum Dunseverick Castle

Eine Holzbrücke überquert den Fluss. Ab dem Wasserfall steigt die Küste allmählich an und wird zur Klippe, wenngleich nur mit einer Höhe von knapp 20 Metern. Entlang der Abbruchkante wandern wir weiter bis zum Ausblick auf Dunseverick Castle.

Dort trennt uns eine tief eingeschnittene Bucht von den spärlichen Resten der Burg Dún Sobhairce. Was einst als Bollwerk errichtet wurde, steht heute wie ein hohler Zahn auf der Felszunge.

Die Dunseverick Falls fallen ins Meer
Reste des Dunseverick Castle

Die Geschichte des Saint Patric und der Burg

Aus der Geschichte ist überliefert, dass Saint Patrick die Burg im Fünften Jahrhundert besuchte. Dabei taufte er den einheimischen Olcán, der später ein Bischof von Irland wurde. Das damals für irische Klippen und Halbinseln typische Promontory Fort wurde im Jahr 870 von den Wikingern angegriffen.

Später wurde Dunseverick Castle durch Murtagh an Fergus zu dessen Krönung in West-Schottland verliehen. Der Niedergang der Festung erfolgte im 17. Jahrhundert: 1642 wurde die Burg durch General Robert Munro und seinen Truppen zunächst erfolglos angegriffen, acht Jahre später aber zerstört.

Der Rückweg, zuerst entlang der Klippen
Schroffe Felsformationen bei Dunseverick

St. Patrick's Well – Eine der Heiligen Quellen von Irland

Ein Wohnturm, der dem Angriff noch standgehalten hatte, stürzte 1978 ins Meer. Seitdem ist tatsächlich nicht mehr viel von der Ruine übrig. Allerdings entspringt eine bedeutende Quelle zwischen der Burg und dem Rand der Klippen.

Sie ist als Tubber Phadrick oder St. Patrick's Well bekannt und zählt zu den Heiligen Quellen von Irland. Von der Burg selbst ist bis auf zwei Mauern des Torhauses fast nichts erhalten geblieben.

Die Aussicht auf das Dorf Dunseverick
Schafe auf dem Causeway Coastal Way

Der Causeway Coastal Way verläuft im großen Bogen um die Bucht herum. Da außerdem nur ein Trampelpfad auf die Halbinsel führt, begnügen wir uns mit der Aussicht aus sicherer Entfernung. Denn die andere Seite kennen wir bereits von unserer Wanderung zum Giant's Causeway, die dort startet. Wir indes kehren auf demselben Weg zurück zum Auto und genießen die Abendstunden, die uns wenig später zum Ballintoy Harbour führen.

Anfahrt und Anforderungen der Küstentour

Von der A2 zwischen Ballycastle und Bushmills auf die Causeway Road abbiegen und der Straße bis Dunseverick folgen. Westlich vom Ort weist ein Schild auf den Harbour. Der Zufahrt folgen wir bis zum Ende.

AusgangspunktParkplatz, Dunseverick Harbour
KoordinatenN 55.23739, W -6.4288
Gehzeit1 Stunde
Distanzca. 3 km
Anstiegerund 17 HM
GradT2
EinkehrKeine
gps-DatenWanderung Dunseverick gpx
kml-DatenWanderung Dunseverick kml

Wanderkarte zum Abendspaziergang vom Harbour zum Castle

Höhenprofil

Steigungsprofil