Anzeige

Muckross House

Viktorianische Villa im Killarney National Park

Auf dem Weg von Killarney zum Ring of Kerry legen wir einen ersten Stopp beim Muckross House ein (GPS: N 52.0187, W 9.5011). Die 1843 erbaute viktorianische Villa ist eines der bedeutendsten Herrenhäuser und zugleich das Herzstück vom Killarney National Park (irisch: Páirc Náisiúnta Chill Airne).

Das mehr als 10.000 Hektar große Gebiet umschließt neben zahlreichen kleineren Seen und Tümpeln die drei Seen Lough Lake im Norden Richtung Killarney, den Upper Lake und den Muckross Lake direkt bei dem Muckross House. Zusammen bedecken sie etwas mehr als Fünftel des Nationalparks.

im großzügigen Garten beim Muckross House
das Muckross House am Rande des Killarney National Park

Mit seinen Wäldern - hier findet man einen der ältesten Eichenwälder Irlands - und Bergen und einem sehr gut ausgebauten Wegenetz wie dem Kerry Way ist der Park vor allem bei Wanderern beliebt. Aber auch Kutschfahrten durch die gepflegten Gärten stehen hoch im Kurs. Ein Wermutstropfen ist hier ausgerechnet die Blütenpracht entlang der Wege. Denn da die Rhododendron-Büsche hier optimale Bedingungen vorfinden, drohen sie weite Teile des Parks zu überwuchern und andere Pflanzen zu ersticken.

Weiter im Norden des Parks kann man bei Ross Castle mit dem Ruderboot nach Innisfallen Island übersetzen. Bekannt ist die stille Insel für die Innisfallen Abbey. Auch wenn nur noch wenige Mauern der Abtei stehen, überstand die Klostergemeinschaft die Zeit der Wikinger-Überfälle. Über eine Spanne von 700 Jahren erarbeitete sie sich einen Ruf als Ort der Gelehrten. Daher liegt nahe, dass sich der Name des Lough Leane vom Kloster ableitet. Denn das irische Loch Léin bedeutet übersetzt »See des Lernens«.

die grauen Mauern des Muckross House
die grauen Mauern des Muckross House

Das Muckross House selbst geht auf Henry Arthus Herbert zurück. Er ließ das prachtvolle Gabäude für aus heutiger Sicht läppische 30.000 Pfund bauen. Dabei musste das Herrenhaus schon damals hohen repräsentablen Ansprüchen genügen. Denn neben einigen bedeutenden Persönlichkeiten hielt sich auch Königin Victoria 1861 hier auf. Ihr Besuch markiert den Höhepunkt des gesellschaftlichen Ansehens von Muckross. Die Ausgaben schon im Vorfeld des Besuchs indes ruinierte die Herberts, bis sie ihren Besitz schließlich 1897 an ihre Gläubiger abtreten mussten.

1899 kaufte Lord Ardilaun, ein Verwandter der Guinness-Familie, das Muckross House samt seiner 4.450 Hektar großen Ländereien. Nachdem er beides an wohlhabende Gesellschaften vermietet hatte, erwarb es 1911 der US-Amerikaner William Bowers Bourn II. als Hochzeitsgeschenk für seine Tochter Maud und ihren aus Clare stammenden Ehemann Arthur Rose Vincent. Das Paar widmete sich vor allem der weiteren Gestaltung der Gärten wie dem Steingarten, dem »Versunkenen Garten« und dem durch Muckross verlaufenden Bach.

großzügige Rasenflächen beim Muckross House
im Garten beim Muckross House

Wie schon beim Kylemore Abbey war auch diesem Paar eine nur kurze glückliche Zeit auf dem Anwesen gegönnt. 1929 starb Maud unerwartet. Da es außerdem immer schwieriger wurde, die Kosten für den Unterhalt der Gärten, des Parks und auch der Villa zu begleichen, schenkten ihr Ehemann und ihre Eltern das Anwesen dem irischen Staat.

Als Gegenleistung musste sich dieser dazu verpflichten, das Anwesen in seinem gesamten Umfang als Bourn Vincent Memorial Park weiterzuführen und für die Öffentlichkeit zu öffnen. Damit war der Grundstein zu Irlands ersten Nationalpark gelegt. Durch spätere Land- und Seezukäufe wuchs der Killarney Nationalpark auf seine heutige Größe an.

Anzeige