Blauer Himmel über dem Rock of Cashel im County Tipperary

Rock of Cashel

Eines der irischen Wahrzeichen im County Tipperary

Der Rock of Cashel ist durch seine Klosterruine ein weltbekanntes Monument der irischen Geschichte. Dank der weithin sichtbaren Lage auf einem 65 Meter hohen Hügel zählt das Kloster heute zu den Wahrzeichen Irlands. Schon zuvor hatten die Kelten den Felsen als eine heilige Stätte über dem Golden Vale verehrt.

Anreise und Zugang

Bei unserer Anreise über den County Laois fahren wir bei der Ausfahrt 7 von der Autobahn M8 auf die R639 nach Cashel ab. Für uns ist das eine glückliche Route, denn kurz vor dem Ortseingang geben die Bäume einen malerischen Blick auf den Festungsfelsen frei. Ein erster kurzer Fotostopp versteht sich also von selbst.

Anschließend nutzen wir ab dem Parkplatz östlich des Felsens erst die Zufahrt, dann rechts den Fußweg hoch auf den Rock of Cashel. Die ersten Meter erfolgen auf der »High King Loop«. Die gut neun Kilometer lange Runde verbindet den Felsen mit der Hore Abbey, verläuft allerdings weitgehend auf asphaltierten Straßen.

Geschichte des Rock of Cashel

Die Geschichte des Rock of Cashel reicht bis ins 4. Jahrhundert nach Christus zurück. Damals diente der Caiseal – die Steinburg – über dem Golden Vale als Sitz der Könige von Munster. Im 5. Jahrhundert erhob der heilige Patrick die Festung erstmals zum Bischofssitz. Das änderte sich im Jahr 908, als der als Cormac mac Cuileannáin bekannte Bischof und Lehrer bei Kämpfen zwischen Leinster und Munster fiel. Mit König Mahon erlebte der Rock of Cashel eine zweite Epoche als Herrschersitz. Ebenfalls noch im 10. Jahrhundert erhob sein Bruder, Brian Boru, den Felsen nach seiner Krönung zur Hauptstadt Munsters.

Im Jahr 1005 erklärte sich Brian zum Hochkönig von Irland. Eigentlich galt der Titel »Hochkönig« als ein Ehrentitel, der posthum verliehen wurde. Tatsächlich aber waren König Brian nur noch wenige Jahre auf Erden beschieden: 1014 starb er bei Kämpfen gegen die Wikinger. König Muircheartach Ó Briain beendete die Zeit als Herrschersitz, indem er den Felsen 1101 dem Bischof von Limerick schenkte. Es wird angenommen, dass im selben Jahr der heute noch bestehende 28 Meter hohe Rundturm entstand. Offenbar hatte man sich auf unruhige Zeiten eingestellt, denn der Eingang befand sich damals 3,60 Meter über den Boden.

Cormac’s Chapel und Bischofsburg

Die Cormac’s Chapel ist nach ihrem Erbauer, Cormac Mac Cárthaigh, benannt. Kurz nach seiner 1127 erfolgten Einsetzung als erster Erzbischof von Cashel ließ er die Kapelle im irisch-romanischen Stil errichten. Neben dem Rundturm gilt sie heute als das zweitälteste Bauwerk auf dem Roch of Cashel. Bemerkenswert ist, dass bereits damals ein reger Austausch zwischen den Iren mit dem Bistum Regensburg bestand. So sollen zwei Baumeister einer Regensburger Mönchsdelegation am Bau der kleinen Kirche mitgewirkt haben.

Ansicht der gewaltigen Klosterruine auf de Rock of Cashel vom Fußweg südlich des Bergs

Nach den ersten Eroberungen der Engländer in Teilen Irlands huldigten die Geistlichen dem englischen König Heinrich II., womit sie die Selbständigkeit der irisch-römischen Kirche erreichten. Zugleich läuteten sie damit eine weitere Blütezeit der Kirchenfestung ein. Die im 13. Jahrhundert erbaute gotische Kathedrale zeugt vom Aufstieg zu einem der bedeutendsten religiösen Zentren Irlands. Als weiteres wichtiges Bauwerk dieser Epoche entstand im 15. Jahrhundert die Bischofsburg im westlichen Bereich der Festung.

Als zweites bedeutendes Gebäude gilt die Hall of the Vicar’s Choral aus dem 15. Jahrhundert. Damals sangen dort die Laien die Messe, sodass diese bis ins Tal hinunter zu hören war. Ein Streit zwischen dem Erzbischof David Creagh und dem 8. Earl of Kildare ging mit der ersten großen Zerstörung einher. Weil der Earl seinen Gegner in der Kathedrale vermutete, ließ er diese in den 1490er Jahren niederbrennen. Gegenüber dem König soll er sich später damit entschuldigt haben, dass er den Erzbischof habe töten wollen.

Von der Reformation bis zur Aufgabe der Kathedrale

Im Zuge der Reformation wurde die damalige Dominikanerabtei mitsamt der benachbarten Zisterzienserabtei Hore aufgelöst. Die Gebäude wechselten damit in den Besitz der Church of Ireland. Weit schlimmer waren die Ereignisse im 17. Jahrhundert. Während in Deutschland der Dreißigjährige Krieg ganze Landstriche entvölkerte, brach in Munster der Irische Konföderationskrieg zwischen römisch-katholischen Iren und protestantischen Siedlern aus England aus.

Ein 1641 gefasster Plan sah einen schnellen und unblutigen Staatsstreich vor, um den Briten die Kontrolle über Irland zu entreißen. Doch noch bevor die Rebellen zur Tat schritten, flog ihr Plan auf. In der Folge gelang es den Engländern, mit Hugh MacMahon und Conor Maguire zwei der Rebellenanführer in Haft zu nehmen. Danach entwickelte sich der Machtkampf um die Vorherrschaft in Irland zu einer elfjährigen Auseinandersetzung mit zahlreichen Gewalttaten.  

Cashel war einer der ersten Orte, in denen es zu einer größeren Schlacht kam. 1642 gelang es Philip O'Dwyer aus Kilnamanagh, die Stadt zu erobern. Sechs Jahre lang diente Cashel als Basis für die Truppen von Lord President St. Leger. Dan gelang es den katholischen Iren, den Ort unter der Führung von Lord Inchiquin zurückzuerobern. Ihm wird zugeschrieben, dass er den Boden »dick mit Leichen bedeckte«.

Offenbar hatte sich das grausam Massaker tief in das Bewusstsein der verbliebenen Bewohner Cashels eingebrannt. Denn als ein Jahr später Oliver Cromwell mit frischen Truppen durch Tipperary zog, leistete niemand Widerstand. Nach dem Bau einer neuen Kathedrale in der Stadt wurde die alte Festungskathedrale auf dem Felsen Mitte des 18. Jahrhundert aufgegeben.

Vom Teufelsbissen zum Taufritual

Sagen vom Rock of Cashel

Um den Rock of Cashel ranken sich zwei Legenden. Glaubt man der ersten, so hatte der Teufel maßgeblich Anteil an der Entstehung des Rocks of Cashel. Just, als er einen großen Bissen aus den Slieve Bloom Mountains zu sich genommen hatte, erfuhr er, dass der Heilige Patrick nahte, um ihn zu stellen. Vor Schreck soll der Teufel den Felsbrocken ausgespuckt haben, ehe er inmitten der Ebene von Tipperary liegenblieb.

Die zweite Legende handelt ebenfalls vom Heiligen Patrick. Als um das Jahr 450 der König Angus nach Cashel zog, um sich taufen zu lassen, rammte ihm Patrick aus Versehen seinen Bischofsstab auf den Fuß. Zu seinem Glück hielt der König diesen Fauxpas für ein christliches Taufritual. Anstatt sich zu beschweren, ließ sich Angus den Schmerz nicht anmerken, sondern soll bis zum Ende der Zeremonie durchgehalten haben.

Die Gebäude auf dem Felsen heute

Bei unserem Rundgang gelangen wir als Erstes in den Saal der Laien-Kanoniker – The Hall of the Vicars Choral. Die im 15. Jahrhundert erbaute Halle beherbergt das 2,13 Meter hohe und stark verwitterte Patricks-Kreuz aus dem 12. Jahrhundert. Daneben finden wir in den kleinen Raum einige weitere Infos zur Geschichte des Felsens, ein Modell der früheren Festung und ein riesiges Gemälde, auf dem eine knieende Frau dem Fürstbischof huldigt.

Anschließend gelangen wir innerhalb der Kathedrale in die Cormac's Chapel. Sie besteht auf einem Mittelschiff und einem Altarraum, wobei sich diese nicht auf einer Linie befinden. Der für irische Kirchen Übergang vom Altarraum zu zwei Türme spiegelt den Einfluss der deutsche Baumeister wieder. Bemerkenswert sind außerdem die im 12. Jahrhundert gemalten Fresken, zu den am besten erhaltenen dieser Zeit in Irland gelten.

Nach weiteren Eindrücken von der heute dachlosen Kathedrale drehen wir eine Runde über den Außenbereich. Dort ergeben sich mehrere schöne Blickwinkel auf den Rundturm. Daneben geben die Kreuze und Marienstatuen auf der Ostseite der Festung mehrere schöne Motive. Schließlich öffnet sich uns die Sicht auf der Westseite über eine von Wiesen geprägte Landschaft zur Ruine der Hore Abbey, unserem nächsten Ziel.

Abstecher zur Hore Abbey

Sowie wir die ummauerten Ruinen auf dem Rock of Cashel wieder verlassen haben, biegen wir rechts auf einen Spaziergang an. Dieser eröffnet uns weitere schöne Ansichten von Süden auf die Wehrmauer des Felsens, um dann auf die Straße zu treffen. Jenseits davon nutzen wir eine Zufahrt zur Hore Abbey. Die Zisterzienserabtei entstand im 13. Jahrhundert am Fuß des Felsens. Obwohl der Eintritt frei ist und sich die Klosterruine vom Rock of Cashel gut zu sehen ist, treffen wir vor Ort nur auf eine Handvoll weiterer Besucher.

Die Gründung der Hore Abbey ist ebenfalls mit einer Legende verbunden. Demnach soll der Erzbischof von Cashel, David McCarvill, im Jahr 1272 davon geträumt haben, dass ihn die Benediktiner-Mönche rücklings umbringen wollten. Also vertrieb er den Orden und ersetzte die Benediktiner durch Zisterziensermönche aus der Mellifon Abbey, die in Hore eine neue Abtei gründeten. Nach der Auflösung des Ordens um 1540 blieb das Kloster sich selbst überlassen. Sehenswert sind heute die Reste eines Gewölbes im Inneren der Kirche sowie mehrere gotische Fensterbögen. Obendrein lohnt sich der Besuch der Ruine für den tollen Ausblick auf den Rock of Cashel.

Planung & Anreise


Dein Ausgangspunkt für diesen Rundgang ist der Parkplatz beim Rock of Cashel.

Anfahrt mit Pkw: Von der M7 südwestlich von Portlaoise auf die mautpflichtige M8 wechseln. Bei der Ausfahrt 7 auf die R369 nach Cashel abfahren und der Straße bis zum Ort folgen.

GPS-Koordinaten 52.52018,-7.89064

⇒ Anreise mit Google Maps planen


Ja, ab Portlaoise und Thurles bestehen Busverbindungen zur Haltestelle in Cashel.


Nein, der Rundgang ist für nahezu jeden einfach zu begehen. Einzig die Steigungen und teils schräg liegende Pflastersteine erfordern etwas Kondition und sicheres Schuhwerk. 


Einkehrmöglichkeiten findest Du sowohl im Bereich des Parkplatzes als auch im Ort Cashel.


Für den Eintritt zum Rock of Cashel zahlen Erwachsene 8 Euro (Stand 2026)
Senioren, Kinder und Studenten erhalten eine Ermäßigung.

⇒ Eintritt online buchen


Weitere Details erhältst Du direkt bei
St. Patrick's Rock of Cashel
Cashel, Co. Tipperary
E25 KX44
📞 +353 62/614 37
🌐 heritageireland.ie/places-to-visit/the-rock-of-cashel/

Anforderungen & GPS-Daten

⏱️ Gehzeit: 1.30 h
📏 Distanz: 3,3 km
🏔️ Höhenmeter: 60
⚖️ Schwierigkeit: leicht
🧭 Typ: Rundwanderung

Karte mit Höhenprofil


Höhenprofil

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