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Mittelalterliche Klosterstadt Glendalough

Wanderung Glendalough auf den Spink 4/5

Etwas unterhalb vom Poulaness Wasserfall verlassen wir den Wald. Dass das Gelände auf diesem Stück hier so steil abfällt, hat einen Grund: während der letzten Eiszeit befand sich im Tal von Glendalough ein weit größerer Gletscher als in dem kleinen Tal vom Lugduff Brook. Das Haupttal wurde damit von den Eismassen stärker ausgehobelt, sodass an der Bergflanke ein Hängetal entstand.

Bald erreichen wir den Waldrand und kommen damit erneut auf die große Wiese und Picknickfläche östlich vom Upper Lake. Nachdem wir schon ein paar Stunden unterwegs sind, geht es nun auf der weitläufigen Fläche deutlich lebhafter zu und ist, ein Stück weiter, auch der Kiosk geöffnet. Gerne gönnen auch wir uns eine Pause, eh wir auf den Wicklow Way zurückkehren.

Klosterruinen bei Glendalough
Friedhof bei Glenderlough

Auf dem Weg zurück zu den Klosterruinen passieren wir mehrere alte Köhlerstandorte. Insgesamt lassen sich 86 Standorte in dem Tal nachweisen, an denen früher Holzkohle für die Eisenindustrie hergestellt wurde. Daneben zeugen alte Bäume von dem historischen Gewerbe. Nachdem man die großen Stämme gefällt hatte, ließ man sie wieder ausschlagen, sodass sie heute mehrere Stämme besitzen.

Sobald wir den Lower Lake passiert haben, sind es noch 500 Meter bis »Monastic City«, der ehemaligen Klostersiedlung von Glendalough. Sie geht auf den Heiligen Kevin zurück, der sich im 6. Jahrhundert als Einsiedler in diese Gegend zurückzog. Hatte er tatsächlich vor, sein Leben in frommer Einsamkeit zu leben, so schlug dies fehl. Denn schon bald folgten ihm andere Einsiedler, Mönche und Schüler.

Rundturm bei Glenderlough
Kathedrale bei Glenderlough

Durch den anhaltenden Zustrom entstand als Nächstes ein Kloster. Glendalough wuchs auf knapp 5.000 Einwohner an. Das genügte damals, um Bischofssitz zu werden. Während die hochrangigen Mönche, in der Regel stammten diese aus adligen Familien, die heiligen Schriften vervielfältigten, sicherten die im Rang tieferen Laienbrüder mit Landwirtschaft und Handel das Bestehen der Klostersiedlung.

Die Zeit von Lawrence O'Toole gilt als Blütezeit des Klosters. Er war der erste vom Vatikan anerkannte Heilige Irlands. Nach ihm erlitt die Klostersiedlung Glendalough jedoch schwere Schicksalsschläge: 1174 verwüstete ein Hochwasser das Tal und 1398 fielen englische Soldaten über das Kloster her. Danach verlor Glendalough weiter an Bedeutung, bis im 17. Jahrhundert die letzten Mönche den Ort verließen.

Blick über den Friedhof von Glenderlough
Klosterruinen von Glenderlough

Für den weiteren Verfall der Gebäude sorgten neben Wind und Wetter auch die Bauern der umliegenden Dörfer. Jährlich zogen sie bei einer Wallfahrt nach Glendalough, um bei dem verlassenen Kloster die Sau rauszulassen. Anstatt fromm zu beten und neue Glaubenskraft zu schöpfen, sollen sie nur allzu gierig den Whiskey in ihre Hälse gekippt und sich anschließend geprügelt haben.

Dennoch haben mehrere Gebäude die Zeit, zumindest in Teilen, überdauert. So die heute dachlose Kathedrale, die als größte Frühchristliche Kirche Irlands gilt. Ursprünglich war die Kirche den Heiligen Peter und Paul geweiht, wurde im Jahr 1214 aber zur Kathedrale. Auffallender ist der 30 Meter hohe Rundturm. Als Glockenturm rief er die Mönche damals zum Gebet, diente aber auch als Schutz vor Feinden.

Video Glendalough mit Rundwanderung zu den Klosterruinen

Eindrücke von der Landschaft bei Glendalough in den Wicklow Mountains mit Wanderung um die Seen zum Miners' Village und Besuch der ehemaligen Klosterstadt.
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