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Limerick

Stadtbesichtigung am Shannon River

Wann genau eine erste Siedlung am heutigen Limerick entstand, liegt im Dunkeln. Als sicher gilt, dass es ab dem Jahr 812 eine Wikingersiedlung am Shannon gab. Es wird jedoch vermutet, dass schon vor der Ankunft der Wikinger Menschen diese Gegend dauerhaft besiedelt hatten, auch wenn deren Spuren mit der Zeit verwischt wurden.

Betrachtet man die Geschichte von Limerick, so liegt der Schluss nahe, dass die Stadt typisch für Irland ist. Was in diesem Fall leider bedeutet: sie stand irgendwie immer auf der Verliererseite. So wurden die Wikinger vom Irena Brian Ború und seinen Männern 1014 aus der Stadt vertrieben. Als Nächstes kamen die Normannen.

King John´s Castle in Limerick
King John´s Castle in Limerick

Sie errichteten im 12. Jahrhundert das King John's Castle. Die heute bedeutendste Sehenswürdigkeit von Limerick sollte einerseits Eindringliche abschrecken, diente aber auch dazu, die Bürger in der Stadt im Zaum zu halten. Als die Iren als Unterstützer des 1688 abgesetzten katholischen Königs Jakob II. die entscheidende Schlacht am River Boyne verloren hatten, zogen sie sich nach Limerick zurück.

Der verbitterte Widerstand der Verlierer endete 1691 mit dem Vertrag von Limerick. Dieser sah vor, dass den 12.000 Verteidigern der Stadt und ihren Familien freier Abzug nach Frankreich - das auf Seite der Iren gekämpft hatte - gewährt wurde. Den Katholiken sicherte der Vertrag Religionsfreiheit und das Recht auf Landbesitz. Wobei sich die Engländer die Sache mit dem Landbesitz schon bald anders überlegt hatten.

St Mary´s Church von Limerick
Familiengruft bei der St Mary´s Church von Limerick
Friedhof bei St Mary´s Church von Limerick

Ein weiteres nomannisches Baudenkmal aus dem 12. Jahrhundert ist die St. Mary’s Cathedral (auch als Kathedrale von Limerick bekannt). Sie wurde 1168 neben dem Palast von Domnall Mór Ua Briain auf King's Island gegründet und steht damit am Thingmote, dem alten Versammlungsplatz der Wikinger.

Teile des Palastes wurden in der Kathedrale integriert. So das große Westportal, der ehemaligen Hauteingang in den Palast. Während der Belagerungen der Stadt sollen die Verteidiger die Steine am Westportal genutzt haben, um Schwerter und Pfeile zu schärfen. Die Spuren sind immer noch zu sehen.

Ausgebrochen? - Friedhof bei St Mary´s Church von Limerick
St. Mary's Cathedral in Limerick

Zwischen der Kathedrale und dem Merchant's Quay am Shannon sowie der Bridge Street erstreckt sich der Friedhof der Kirche. Der älteste Teil des »Graveyards« stammt noch aus dem 12. Jahrhundert, die ältesten erhaltenden Gräber wurden jedoch erst 1726 angelegt. Da er immer noch in Gebrauch ist, stehen wir hier auf einem über bereits neun Jahrhunderte immer wieder geheiligten Boden.

Wer sich mit dem Friedhof genauer befassen will, findet auf einer Tafel zehn nennenswerte Begräbnisse, um mit dem »Gewölbe der 16 Familien« von 1753 nur mal eines zu nennen. Wie der Name verrät, ruhen hier die Angehörigen von 16 angesehenen Familien. Bemerkenswert finden wir außerdem, dass auf den Gräbern einige Steinplatten durchbrochen sind. Bemerkenswert? Eher unheimlich.

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