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Marrion Square

auf den Spuren von Oscar Wilde

Über die Clare Street gelangen wir vom College Park direkt zum Marrion Square. Die von georgianischen Häusern umrahmte Parkanlage wurde ab 1762 von Richard Fitzwilliam erschlossen und vermarktet. Strenge Bauvorschriften ließen wenig Freiraum für individuelle Gestaltungen und Vorlieben.

So prägen Backsteinfassaden, schmiedeeiserne Balkone und farbenprächtige Haustüren das Stadtbild. Doch gerade diese starren Vorschriften sind es, welche die Straßen rund um den Marrion Square zu einem einzigen Postkartenmotiv machen.

die schwangere Constanze Lloyd - Oscar Wildes Ehefrau

Einer der berühmtesten Anwohner des Marrion Square war Oscar Wilde. Im ältesten Haus, dem Eckhaus Nr. 1 am North Marrion Square, wohnte die Familie Wilde von 1855 bis 1876. Heute finden in dem restaurierten und mit georgianischen Möbeln eingerichteten Haus gelegentlich Kunstausstellungen statt, in den oberen Etagen wohnen Studenten.

Passend zu seiner Persönlichkeit als Enfant terrible lümmelt Oscar Wilde in der gegenüberliegenden Parkecke auf einem Felsen. Eher besorgt sitzt ihm seine schwangere Frau, Constanze Lloyd, gegenüber. Was sie so bedrückt? Vielleicht die dummen Sprüche aus seinem Munde, wie: »Wer eine gute, verständige und schöne Frau sucht, sucht nicht eine, sondern drei.«

georgianische Häuser nahe dem Marrion Square
auf dem Marrion Square in Dublin

Erst seit 1974 ist die Parkanlage des Marrion Square der Allgemeinheit zugänglich. Anfangs war sie verschlossen und nur die Anwohner hatten einen Schlüssel. Während der großen Hungersnot in den 1840ern brauchte man das Gelände jedoch für eine Suppenküche.

Massen von obdachlosen Landflüchtlingen hausten damals in dem Park. Später sollte an der Stelle eine Kathedrale entstehen, bis Irlands katholische Kirche die ehrgeizigen Pläne aber wieder verwarf.

Kriegerdenkmal auf dem Marrion Square
Kriegerdenkmal auf dem Marrion Square

Heute wird der Park gerne von Künstlern besucht. Bei schönem Wetter – Ostern ist da noch etwas zu kalt – kann man ihnen hier bei der Arbeit zuschauen. Zu einem weiteren Kunstwerk im Park zählt die Sammlung an alten Gaslaternen, die früher in Dublins Straßen standen.

Auf der Westseite erinnert außerdem ein Kriegerdenkmal an die Gefallenen der irischen Armee. In einer Pyramide wachen vier Bronzesoldaten über die ewige Flamme, die aus einem Abzeichen der Streitkräfte aufflammt.

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