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Donegal Castle

Stammburg der O'Donnels

Donegal Castle ist die wichtigste Sehenswürdigkeit von Donegal. Die Stammburg der O'Donnels befindet sich an einer Biegung vom River Eske, sodass sie von zwei Seiten durch den Fluss geschützt war. Auch wenn es keine Belege dafür gibt, gilt es wahrscheinlich, dass schon vorher die Wikinger diese strategisch günstige Lage für eine Festung genutzt hatten.

Tatsächlich war es den O'Donnels möglich, von dem »Fort des Fremden« (irisch: Dún na nGall) das Königreich von Thir Chonaill zwischen 1200 und 1601 zu regieren. Die heutige Burganlage wurde jedoch erst 1474 durch den älteren Sir Hugh O’Donnell gebaut. Etwa zur gleichen Zeit bauten er und seine Frau ein Franziskanerkloster weiter unten am Fluss.

das Herrenhaus vom Donegal Castle
beim Donegal Castle

Angeblich sollen die Burg und das Kloster früher mit einem Tunnel verbunden gewesen sein. Doch auch hierfür fehlen die archäologischen Beweise. Sicher hingegen ist, dass die Festung als eine der schönsten gälischen Burgen bekannt wurde. So beschrieb der englische Vizekönig, Sir Henry Sidney, die Burg 1566 in einem Brief an William Cecil, dem ersten Baron von Burghley, als die »größte und stärkste Festung in ganz Irland«.

Das Schicksal der Burg wendete nach dem Ende des Neunjährigen Kriegs (1594-1603). Bei der »Flucht der Grafen« verließen die Anführer der O'Donnels Irland im Jahr 1607. Noch vor ihrer Flucht hatten sie den Bergfried stark beschädigt. Damit wollten sie verhindern, dass die Burg später gegen die gälischen Clans besetzt werden konnte. Doch der Erfolg ihrer Aktion war nur von kurzer Dauer.

Anne im Donegal Castle
Stolpertreppe im Donegal Castle
Kamin aus der Mitte des 17. Jahrhunderts

So wurde die Festung mitsamt der umliegenden Ländereien nur vier Jahre später Basel Brooke, einem englischen Hauptmann, für seine Verdienste im Neunjährigen Krieg verliehen. Der neue Eigentümer ließ die Schäden am Bergfried in Windeseile beseitigen.

Brooke ließ außerdem Fenster einsetzen, einen Giebel errichten und den Bergfried um ein englisches Herrenhaus erweitern, das wie ein Gebäudeflügel an die Burg anschließt. Ebenfalls aus dem 17. Jahrhundert stammen die Festungsmauer und die Ecktürme.

im Festsaal des Donegal Castle

Nach dem Hauptmann blieb die Burg über einige Generationen im Besitz der Familie. Im 18. Jahrhundert verfiel sie jedoch zusehends und verließen die Brookes die Burg, bis sie dann 1898 vom damaligen Eigentümer, dem Eral von Arran, an das Amt für öffentliche Arbeiten gespendet wurde. Den weiteren Verfall indes konnte dies nicht wirklich aufhalten. Erst in den 1990er Jahren gelang es, Donegal Castle zu restaurieren und für Besucher zu öffnen.

Bei der Besichtigung ist allerdings Vorsicht geboten. So sind im »Stolper-Treppenhaus« die Stufen der Wendeltreppe extra uneben, um feindliche Schwertkämpfer zum Stolpern zu bringen. Ebenfalls aus strategischen Gründen windet sich die Wendeltreppe im Uhrzeigersinn nach oben. Dadurch konnten sich die O'Donnels, die alle Rechtshänder waren, optimal positionieren, um die nachrückenden Feinde mit dem Schwert niederzustrecken.

Abtritterker - damalige Toilette
Stolpertreppe im Donegal Castle
im Vorratskeller des Donegal Castle

Die Verteidigung der Wendeltreppe war so bedeutend, da sich der Eingang zur Burg früher direkt am Fuße der Treppe befand. Ebenfalls im Erdgeschoss befinden sich die alten Vorratskammern. Während der vordere Bereich bei der Restaurierung wieder instand gesetzt werden musste, ist die Gewölbedecke im hinteren Teil der Kammern noch im Original erhalten. Darüber befindet sich der Festsaal. Bemerkenswert ist hier der gemeißelte Kamin. Er wurde Mitte des 17. Jahrhundert erstellt und gilt als einer der schönsten seiner Art in Irland.

Interessanter finden wir jedoch den kleinen Abtrittkerker, also die Burgtoilette. Angeblich soll der Abortschacht extra in einem Winkel errichtet worden sein, dass die Exkremente zwar in den Fluss fielen, die Burgbewohner aber nicht von feindlichen Bogenschützen überrascht werden konnten. Zugleich diente der Abtritterker als Kleiderablage. Über dem Klo war eine Bank mit Stangen befestigt worden, auf der die Kleider gelegt wurden. Damals glaubte man, dass die aufsteigenden Amoniakdämpfe des Urins die Kleider desinfzierten.

VG Wort
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