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in den Blarney-Gärten

Auf den Spuren von Hexen und Mythen

Nach der Aufregung um den Blarney Stein ist ein Spaziergang durch die Gärten von Blarney genau das Richtige, um wieder runterzukommen. Und dafür sollte man sich ruhig Zeit lassen. Denn der Schlossgarten von Blarney beinhaltet einige Besonderheiten und schöne Ecken.

Von der Burg aus gesehen erfolgt der Zugang über die ehemaligen Ställe von Blarney. Wo wir den Übergang von der Lime Avenue zur New Lime Avenue erreichen, laufen wir geradeaus, sodass wir bald zu einem Wasserfall kommen. Dieser Bereich zählt zur Felsengrotte von Blarney.

Sumpfpflanzen beim Schloss Blarney
Anne läuft gleich die Wunschtreppe hoch
die Hexenküche beim Schloss Blarney

Auf engem Raum führen hier verschlungene Pfade zu liebevoll arrangierten Felsformationen. Beim Wasserfall halten wir uns links, womit wir durch einen mit Eiben und Eichen überstandenen Garten zur Promenade kommen. Etwas oberhalb vom River Blarney führt uns diese durch den Wassergarten zu einem Dolmen. Zur neolitischen Zeit wurden solche Anlagen auf allen britischen Inseln errichtet. Vom Grabportal sind es rechts nur wenige Schritte bis zu den »Wishing Steps«.

Laut der Legende soll vor hunderten von Jahren die Hexe von Blarney auf dem Anwesen Feuerholz für ihre Küche gesammelt haben. Als Gegenleistung muss sie den Besuchern von Blarney Wünsche erfüllen. Klingt gut. Eine kleine Hürde ist aber doch zu nehmen: damit der Wunsch in Erfüllung geht, muss man die Stufen mit geschlossenen Augen hinunter und wieder herauflaufen, ohne auch nur einen Moment an etwas anderes als den Wunsch zu denken.

ein Dolmen im Garten des Blarney Castle
das Haus Blarney

Ob sich mein Wunsch erfüllen wird, ist fraglich. Nur allzu gerne hätte ich dem Stein der Beredsamkeit das Sprechen - und sei es nur ein kurzer Satz - beigebracht. Dabei ist es sogar gut möglich, dass ich auf der unebenen und dadurch bei geschlossenen Augen etwas tückischen Treppe an nichts anderes gedacht habe. Dummerweise habe ich aber vor lauter Konzentration den Rückweg vergessen.

Einen Katzensprung weiter befindet sich die Hexenküche. Fragt man die Historiker, soll es sich dabei um das Heim der ersten irischen Höhlenbewohner handeln. Doch wer am frühen Morgen hierher kommt, wird vielleicht die sterbende Glut eines Feuers entdecken. Nachts wird dieses von der Hexe entfacht, wenn sie bei ihrer Flucht aus dem Hexenstein versucht, die Kälte zu vertreiben.

der Stein der Hexen beim Blarney Castle
Anne und Lars vor dem Blarney-Haus
in dem Loch ganz oben befindet sich der Blarney-Stein

Der Hexenstein selbst befindet sich südlich der Höhle. Man muss schon etwas genauer hingucken, dann aber ist das Antlitz der Hexe in der Form des Findlings klar und deutlich zu erkennen. Glauben wir der mündlichen Überlieferung, so war die Hexe die erste, welche McCarthy von der Macht des Steins von Blarney erzählte. Besucher haben von ihr aber nichts zu befürchten. Denn sie flieht erst nach Einbruch der Nacht aus dem Hexenstein - und der Park schließt zur Abenddämmerung.

Nachdem wir auch den Druidenkreis und einen Opferaltar gefunden haben, verlassen wir die mystische Felsengrotte und unternehmen noch einen Abstecher zum Blarney Castle House. Auch wenn dieses privat ist, öffnet uns der Weg doch eine schöne Sicht über die Rasenflächen und Blumenrabatten zu dem mit etlichen Erkern versehenen Klotz. Der Rückweg führt dann durch das zweite Arboretum. Eine Herausforderung ist hier eine mächtige Scheinzypresse.

Einer ihrer Stämme berührt fast den Boden, sodass man darauf sitzen kann. Die einzige Schwierigkeit ist, dort hinauf zu gelangen. Denn der Stamm ist nicht nur dick, sondern oben auch glatt. Um mit einem Schwung auf die sitzähnliche Biegung zu kommen, muss man sich entweder möglichst weit oben bzw. hinten auf dem Stamm aufstützen - oder lässt sich helfen. Dann aber ist es kinderleicht, ein schöne Foto aufzunehmen, eh die nächsten an der Reihe sind.

späte Warteschlange zum Stein - jaja, wie war das mit dem Early Bird!!!
Anstehen für den Stein der Beredsamkeit

Apropos an der Reihe: als wir den Park wieder verlassen, staunen wir nicht schlecht, als wir nochmals beim Blarney Castle vorbeilaufen. Dort, wo wir am frühen Vormittag einfach durchspazieren konnten, hat sich bis zur Mittagszeit eine riesige Schlange gebildet. Während es unten nur noch im Schneckentempo vorangeht, ist oben Eile geboten.

So hat es den Anschein, dass sich mehrere Besucher nicht trauen, sich ganz zum Stein der Beredsamkeit hinabzubeugen. Tatsächlich aber werden sie nur ein kurzes Stück hinuntergelassen, sodass sie sich mit dem oberen Teil begnügen müssen. Das erklärt dann auch, warum viele, die sich für wordgewandt halten, doch nur oberflächliches Geschwafel von sich geben ...

Video Blarney Castle | Wundersames Irland

Eindrücke unseres Besuchs von Blarney Castle bei Cork mit dem Stein der Beredsamkeit und Spaziergang durch den verspielt mystischen Garten unterhalb vom Schloss.
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