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ein Besuch bei Blarney Castle

Das Schloss von Blarney zählt zu den Besuchermagneten im County Cork. Aber was heißt zählt? Blarney Castle ist der Besuchermagnet in Cork, weshalb wir auch diese Burg möglichst früh besuchen sollten. Zu verdanken haben wir dies dem Stein der Beredsamkeit. Allein seinetwegen kommen Berühmtheiten und Staatsmänner aus aller Welt hierher, um mit Stan Laurel und Oliver Hardy nur mal zwei zu nennen.

Die ersten Besucher pilgerten vor über 200 Jahren zum Stein von Blarney. Die Geschichte der Burg indes begann 900 Jahre früher. Als erste Festung wurde im 10. Jahrhundert eine Holzburg aufgestellt, die um das Jahr 1210 durch einen Steinbau ersetzt wurde. Wie wichtig es damals war, sich vor Angreifern zu schützen, zeigt der Eingang: er befand sich auf der Nordseite sechs Meter über dem Boden.

das Schloss Blarney bei Cork
rote Blütenpracht beim Schloss Blarney

Nachdem die zweite Burg vollständig zerstört wurde und die Mauern bis zum Fundament niedergerissen worden waren, ließ Dermot McCarthy, der König von Munster, die dritte Burg errichten. Aus dieser Zeit ist noch der Bergfried erhalten. Allerdings erlebten auch die McCarthys eine eher unruhige Epoche auf ihrer Burg.

Dies gilt insbesondere für das Jahr 1646, als Oliver Cromwells Truppen Blarney Castle mit Kanonen angriffen. Ihr Plan, die McCarthys gefangen zu nehmen und die Schätze der Burg zu rauben, hingegen scheiterte. Denn die Burgbewohner waren mitsamt ihren Wertgegenständen durch drei Tunnel geflohen.

Höhlenkerker im Schloss Blarney
der Lars-tone im Blarney Castle

15 Jahre später konnten die McCarthys ihre Burg wieder in Besitz nehmen. Doch die Freude währte nur kurz: 1690 wurden alle irischen Adligen entmachtet und enteignet. Damit waren auch die McCarthys gezwungen, Blarney zu verlassen. 1703 kaufte Sir James Jefferyes, der Gouverneur von Cork, die Festung und den weitläufigen Park.

Da es bei der Burg spätestens mit Ankunft der Reisebusse sehr schnell voll wird, empfiehlt es sich, zuerst zum Blarney Stein zu gehen. Der Weg führt vom Eingang zunächst über den River Martin zum Arboretum, dann auf dem Cherry Walk (Kirschweg) über den Blarney River zum Verließ der Burg.

die große Halle vom Blarney Castle
Auf engen Wendeltreppen klettert man nach oben.
endlich oben angekommen

Um 10.15 Uhr erreichen wir die Burg. Sie steht direkt auf einer acht Meter hohen Felskante, bei der sich der Steinbruch zum Bau der Festung befand. Die ohnehin imposante Sicht auf die nördliche Mauer wird noch durch die Wände verstärkt, welche schräg nach innen vor uns aufragen. Um zum Stein der Beredsamkeit zu kommen, müssen wir bis zum oberen Bergfried hinaufsteigen.

Schön finden wir, dass wir auf den einzelnen Etagen einiges im lockeren Erzählstil über die Burg und die Funktion der einzelnen Bereiche erfahren. So passieren wir im Untergeschoss das »Murder Hole«. Es befindet sich direkt über den Eingang und ermöglichte es, ungebetenen Gästen von oben ziemlich übel zuzusetzen.

Hinweisschild im Schloss Blarney
Mörderloch im Schloss Blarney

Über eine ausgetretene Wendeltreppe gelangen wir in die Große Halle, zum Raum des Earls und den Zimmern der Familie. Viel interessanter sind jedoch die Geschichten auf dem Weg zum Stein. So wurde 1904 für die Weltausstellung von in St. Louis, Missouri, ein Nachbau der Burg gezeigt. Amerikaner, die nicht in der Lage waren, Blarney zu besuchen, sollten dadurch eine Vorstellung von diesem Ort bekommen.

In den 1940er erhielt das Blarney Castle ein Angebot über eine Million US-Dollar, um den Stein für eine Weile in den USA zu zeigen. Allerdings bliebt der Stein in Blarney. Zum einen fürchteten die Iren, dass ihn die Amis entgegen dem Angebot Nachbildungen anfertigten oder ihn behielten. Und zum anderen waren sie sicher, dass mit dem Stein auch die Touristen aus Cork verschwinden würden.

VG Wort
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