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Cassidy´s

historischer Pub beim Burren

Bevor wir Carran und den Burron wieder verlassen, gönnen wir uns eine Pause im Cassidy's Pub. Der historische Pub geht auf die Familie Cassidy zurück, die hier 1830 ein Restaurant und Lebensmittelmarkt gegründet hatte. Zehn Jahre später wurde hier die Carron R.I.C. Station für eine Einheit der königlichen irischen Gendarmerie gebaut, die auf dem Burron patrouillierte.

Die Station wurde bis zum 3. April 1920 genutzt, dann aber im Englisch-Irischen Krieg von Freiwilligen auf irischer Seite des Konflikts angegriffen und niedergebrannt. 1926 wurde die Ruine wieder aufgebaut und bis ins Jahr 1955 als Polizeibaracke genutzt. Danach sah man keine Veranlassung mehr, in der nur dünn besiedelten Gegend polizeilich so stark präsent sein zu müssen.

Cassidy´s Pub bei Carran im Burren
die Bar im Cassidy´s Pub

Ein Jahr nach der Schließung übernahm die Familie Cassidy das Stationsgebäude. Sie verwandelte das Büro der Station in eine öffentliche Bar. Dabei sind die Balken und die Möbel im Pub noch aus dem Holz der alten Station gefertigt und blieb die Zellentür neben dem Kamin als Original erhalten.

Eine Besonderheit bietet die Sicht aus der Gaststube auf den Burren. Von dem gemütlich eingerichteten Raum reicht der Blick über den angeblich größten Karstsee (Turlough) in Europa. Im Winter bedeckt dieser eine rund 80 Hektar große Fläche. Der See erreicht dann eine Tiefe bis zu fünf Meter.

Restaurantbereich im Cassidy´s Pub
im Cassidy´s Pub

Durch die Risse und Spalten im Untergrund versickert dieses im Frühjahr aber rasch in den Untergrund bzw. in eine Höhle, die den See unter den Kilnaboy Mountain hindurch mit dem River Fergus verbindet. Abhängig vom Wetter kann sich der See binnen drei Tage füllen oder leeren. Was bleibt, ist eine zunächst braune Fläche, auf der im Sommer Gras wächst.

Da wir den Burren im Sommer erkundet haben, blicken wir damit auf ein halbgares Weideland, was sich optisch aber immer noch von den benachbarten Weiden und den grauen Kalkfelsen abhebt. Die einzigen Nutztiere, die auf diesem schwierigen Untergrund gut zurecht kommen, sind Ziegen, was auch der Blick auf die Speisekarte im Cassidy's Pub bestätigt.

Leckerer Ziegen-Burger in Cassidy´s Pub
Leckerer Ziegen-Burger in Cassidy´s Pub

Von zwei leckeren Ziegen-Burgern bestens gestärkt, geht es wieder südwärts. Wir verlassen Carron auf der L 1014, biegen nach 750 Metern (ab dem Pub) links ab und folgen der Nebenstraße Richtung Killinaboy. Gut fünf Kilometer weiter erreichen wir so das Parknabinnia Wedge Tomb (irisch: Páirc na Binne, gps: N 52.9881, W 9.0952), eines von sechs Keilgräbern auf der Gemarkung von Parknabinnia.

Auffallendster Unterschied zum Poulnabrone Dolmen ist, dass der drei Meter lange Deckstein mit einer Rasenschicht bedeckt ist und die seitlichen, einen Meter hohen Tragsteine länger sind als der Deckstein. Auch ist ein Ende geschlossen, sodass eine von vorne zugängliche Kammer entsteht. Ebenfalls Teil des Grabs waren die Steine, die verstreut im Gras davor liegen. Sie bildeten einst den Umbau des Wedge Tombs.

Parknabinnia Dolmen in der Nähe von Carran
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